ND3 Graufilter (1000 Stufen)

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Ich weiß, ich schon wieder mit meinen Graufilter Geschichten, aber ich will euch das einmal erklären. Wie entstehen solche Aufnahmen? Dies sind Tageslicht - Langzeitbelichtungen. Die längere Belichtungszeit macht sich dadurch bemerkbar, dass ihr seht, welchen Weg die Wolken innerhalb der Belichtung zurückgelegt haben. Dieser Effekt sieht zum einen sehr schön aus, zum anderen kann man so unerwünschte Objekte, wie Autos oder Menschen, verschwinden lassen. Dies funktioniert bei allen Motiven, die sich von bewegenden Dingen umgeben.

Nun mit ein bisschen Übung ist das auch gut hinzubekommen. Ihr benötigt dazu im Prinzip nur eine System- oder DSLR Kamera, ein Stativ und einen Graufilter. Für Tageslangzeitbelichtungen empfehle ich gerne den ND3 Filter, dieser verdunkelt mein Bild um 10 Blenden und so ist es möglich bei Tag sehr lange Belichtungen zu machen.

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Wie man die richtige Belichtung herausbekommt zeige ich euch nun anhand einer kleinen Tabelle. Nehmen wir an die Kamera zeigt auf dem Programm P bei normalen Lichtverhältnissen Blende 5,6 und 1/125 Sekunde an, dann verlängert sich, durch den Einsatz des Graufilters ND3, die Belichtungszeit um 10 Blenden. Eine Blende verdoppelt den Belichtungswert bis wir nach 10 Stufen bei 8" Sekunden angekommen sind. (siehe Tabelle) Die richtige Belichtungszeit ist dann bei M - Blende 5,6 und 8" Sekunden.

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Da wir mit Hilfe des Filters den Tag zur Nacht machen, müsst ihr unbedingt bei DSLR Kameras, vorher fokussieren. Der Autofokus wird durch den Graufilter behindert. Bei Systemkameras kann auch mit Graufilter fokussiert werden, da man durch den Liveview ein simuliertes Endergebnis mit richtiger Belichtung sieht. Die Kamera ist also in der Lage auch mit Graufilter zu fokussieren, kann aber je nach Kamera variieren. Falls eure Kamera Probleme damit hat, auch einfach vorher fokussieren.

Da wir aber das ursprüngliche Bild verfremden, ist es leider so, dass wir auch kleine Nachteile hinnehmen müssen. Zum einen verändern die Filter die Bilder dahingehend, dass der Charakter des Bildes etwas wärmer wird, man spricht hier von einem sogenannten Warmton. Dieser kann ein Spektrum von einem leichten gelb in ein leichtes Grün darstellen. Das ist von Filter zu Filter ganz unterschiedlich. Zum anderen kann der Sensor eurer Kamera durch die längeren Belichtungszeiten warm werden. Durch diese Erwärmung kann es zu vermehrtem Rauschen und sogenannten Hotpix kommen. Das sind Pixel, die besonders zu sehen sind, da sie sehr hell oder verfärbt auftreten. Allerdings tritt dies nur nach mehreren Minuten auf.

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Warmton - verursacht durch einen Graufilter

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Neutralisiert durch Lightroom

Vorsicht ist auch bei viel Sonne geboten, die Graufilter lassen UV Licht durch, also nicht als Sonnenfilter vor die Augen heben, diese schützen nicht vor Schädigungen durch direktes Sonnenlicht.

Wir haben durch längeres experimentieren Graufilter entdeckt, die nur sehr wenig Verfärbungen hervorrufen und preislich auch sehr erträglich sind, z.B. bei Filterdurchmesser 77mm gibt es diese bereits ab Euro 34,95 je nach Qualität steigen die Preis deutlich.

Ich hoffe ich konnte allen Interessierten ein wenig weiterhelfen, für Fragen stehe ich euch gerne zu Verfügung.

Euer Lars von der Foto-Video-Klein Akademie
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